Nass, nasser, Tortuguero – Costa Rica, zweiter Teil

Auf dem Weg nach La Pavona fährt man an riesigen Bananenplantagen vorbei. Die Bananen stecken in blauen Plastiktüten und werden bei der Ernte über ein Schienensystem transportiert.

Nach den ersten Tagen im kleinen Städtchen Turrialba fuhren wir in den Tortuguero-Nationalpark an der Karibikküste, den man nur per Boot ab La Pavona oder ab Limon bzw. Moin oder mit dem Flugzeug ab San Jose erreicht. Wegen der starken Regenfälle der vorangegangenen Wochen klärten wir vor dem Start, ob La Pavona mit dem Auto überhaupt erreichbar ist, oder ob wir den anderen Hafen ansteuern mussten. Immerhin war die Hafenstadt Limon zu dem Zeitpunkt durch starken Regen und Erdrutsche immer noch komplett vom Rest Costa Ricas abgeschnitten – Grund genug, einmal bei Einheimischen nachzufragen. Der Weg nach La Pavona war aber frei.

Tortuguero lebt von Touristen, die zu einem großen Teil aus Deutschland kommen. Ob das allein an der deutschen Biologin Barbara Hartung liegt, mit der man Führungen durch den Nationalpark unternehmen kann, weiß ich nicht. Auf jeden Fall lohnt sich der Besuch, weil allein die Anreise und der Aufenthalt im Dschungel ein ganz spezielles Abenteuer sind. Unsere Unterkunft, die Casa Marbella, organisiert Bootstouren durch den Nationalpark (mit geräuschlosem Elektromotor) und Nachtwanderungen zu den Schildkröten am Karibikstrand. Ein Kanu liegt bereit, um auf eigene Faust am Fluss nach Alligatoren, Schlangen und Leguanen zu suchen. Kulinarische Highlights erlebten wir bei Miss Miriam und im Wild Ginger. Echt lecker!!!

Merken: In Cariari steht der letzte Geldautomat. In Tortuguero gibt es keinen.

Merken: In Cariari steht der letzte Geldautomat auf dem Weg. In und Tortuguero gibt es keinen, aber in einigen Unterkünften und Geschäften wird mit Bargeld bezahlt.

Die Leute von der Casa Marbella waren auch wieder ein schönes Beispiel für Freundlichkeit. Wir hatten ursprünglich vier Übernachtungen auf der Halbinsel angefragt. Auf unsere Anfrage kam die Frage per Mail zurück, ob wir denn wirklich so lange bleiben möchten, wo doch die meisten Gäste nur zwei oder drei Nächte blieben. Klar wären noch Zimmer frei, aber sie befürchte, wir könnten uns langweilen, meinte Liz, die Frau an der Rezeption. Wir sind drei Nächte geblieben und haben uns definitiv nicht gelangweilt. Allerdings hatten wir mehr Tiere erwartet, insbesondere mehr Alligatoren. Aber die werden wissen, warum sie sich von den vielen Booten fern halten, die der Tourismus nun leider mit sich bringt.

Was man wissen sollte: Der Karibikstrand eignet sich wirklich nicht zum Baden, und in der Region fallen im Jahr 5000 bis 6000 mm Regen. Und der Regen fühlt sich durchaus so an, als käme die gesamte Menge auf einmal runter. Was man auch wissen sollte: Die Lanzenotter, eine giftige Schlange in den Wäldern Costa Ricas, ist oft nicht gelb wie in den meisten Büchern, sondern kann viele verschiedene Farben haben. Wären wir mit der Biologin Barbara unterwegs gewesen, hätte sie uns das bereits sagen können, bevor wir die putzige kleine Schlange fotografiert haben. Wir wären ganz sicher nicht so nah rangegangen und hätten einen Finger oder einen Arm riskiert. Auf die Erkenntnis mussten wir aber noch ein paar Tage warten.

Karibikstrand - aber nicht zum Baden.

Karibikstrand – aber nicht zum Baden.

Die Lanzenotter (Eyelash Viper, Bothriechis schlegelii) gibt es in diversen Farben und ist stark giftig – haben wir später erfahren.

Der Dschungel ist nichts für Arachnophobiker.

Die Flussarme und Kanäle wurden früher zum Abtransport von Tropenholz genutzt.

Das Kanu ist die beste Option, um den Dschungel hautnah zu erleben.

Leguane gibt es überall in Costa Rica. Auf Raststätten, in Hotelanlagen aber zum Glück auch noch im Dschungel.

Ein Baselisk – die Tiere können auf Wasser laufen

Libelle

Libelle

Steht seltsamerweise in keinem Reiseführer: Überall in Costa Rica leisten sympathische Hunde ungefragt Gesellschaft

Steht seltsamerweise in keinem Reiseführer: Überall in Costa Rica leisten sympathische Hunde ungefragt Gesellschaft

Blattschneiderameisen im Tortuguero Nationalpark

Blattschneiderameisen im Tortuguero Nationalpark.

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