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Liebe deine Stadt. Mit Dom und Brücke.

Für das Foto vom Schriftzug „Liebe deine Stadt“ auf dem Panoramapavillon des Kölner Messekomplexes, in dessen Fenstern sich Dom und Hohenzollernbrücke spiegeln, bekomme ich immer wieder Anfragen. Dieser Beitrag erzählt, wie das Bild entstand.

Aus urheberrechtlichen Gründen darf ich dieses Foto in der ursprünglichen Form nicht mehr zeigen.

Viele schöne Dinge kamen am 25. Dezember 2005 zusammen. Es war Sonntag, der erste Weihnachtsfeiertag, noch dazu das erste Weihnachtsfest mit meinem Sohn, und ein traumhaftes, sonniges Winterwetter. Ideal für einen Spaziergang am Kölner Rheinufer.

Meine Familie und ich entschieden uns für die Deutzer Seite, um wieder einmal den spektakulären Blick auf den Dom zu genießen. Auf dieser Seite steht auch das alte Backstein-Gebäude der Kölner Messe, das mit dem Turm, auf dem vor langer Zeit das 4711-Logo prangte. Zum ganzen Gebäudekomplex gehört auch ein Pavillon, ein Bau aus den Fünfzigern des 20. Jahrhunderts.

Der architektonische Charme des Anbaus erschließt sich nicht jedem Betrachter sofort. Auch kann nicht jeder dem Baustil der 50er und 60er Jahre etwas abgewinnen. Damit sich das ändert und die Bürger der Stadt Köln ihren Blick auf die architektonischen Perlen aus jener Zeit schärfen, startete der Aktions- und Konzeptkünstler Merlin Bauer das Projekt „Liebe deine Stadt“: Ein 25 Meter langer Schriftzug sollte auf ausgewählten Bauwerken der Stadt installiert werden. Den Anfang machte 2005 der Panoramapavillon.

Ich muss zugeben, dass auch ich dem Bau bis dahin nicht viel Beachtung geschenkt hatte. Mein Interesse galt erst nur dem überdimensionierten Schriftzug, der sich mit seinem Schwung und seinem Rot so sehr von dem grauen eckigen Kasten unterschied, dass das allein Grund genug für ein Foto war.

Dann aber das klassische Problem beim Fotografieren von Architektur mit normalen Kameras: Du kannst Dich nicht weit genug weg und nicht hoch genug stellen, um die stürzenden Linien in den Griff zu bekommen. Immerhin gibt es am Rheinufer eine Mauer, auf die ich kletterte – und siehe da: Die stürzenden Linien waren immer noch da, aber dafür spiegelten sich jetzt der Dom und die Hohenzollernbrücke in den Fenstern des Pavillons. Klick.

Offenbar war ich damals der einzige 2-Meter-Mann mit Kamera und Maueridee, denn bislang konnte ich kein zweites Foto finden, dass den Schriftzug mit dem Pavillon und Dom-Spiegelung zeigt. Unter Kölner Facebook-Nutzern wurde gar gemutmaßt, das Foto wäre ein Fake. Da kann ich nur raten: einfach mal nach Deutz fahren, auf die Mauer stellen, eventuell einmal hüpfen und die Domspitzen werden sichtbar.

Aber der Schriftzug „Liebe deine Stadt“ ist jetzt natürlich nicht mehr da.

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